Blasen vermeiden beim Extremwandern – 4 Ursachen, Vorbeugung und Lösungen

Blasen vermeiden beim Extremwandern – es beginnt oft völlig unspektakulär: ein leichtes Brennen unter dem Fußballen. Eine Stelle an der Ferse, die sich plötzlich wärmer anfühlt als der Rest des Fußes. Vielleicht ein kleines Ziehen an der Seite des kleinen Zehs… Aber noch kein Grund zur Sorge. Zumindest fühlt es sich so an.

Auf einer normalen Wanderung kann man solche Signale vielleicht noch ignorieren. Bei einer Extremwanderung sieht die Sache anders aus. Wenn noch 50, 60 oder 80 Kilometer auf der Uhr stehen, kann aus einer kleinen Druckstelle ein Problem werden, das jeden einzelnen weiteren Schritt begleitet. Das musste ich selbst bei meinem bislang schmerzhaftesten Marsch über 100 Kilometer von München nach Mittenwald feststellen. Für 60 Kilometer war nur eines schlimmer als der nächste Schritt… der übernächste Schritt. Deshalb:

Wer Blasen beim Extremwandern vermeiden möchte, sollte deshalb nicht erst reagieren, wenn die Blase bereits da ist. Die entscheidende Phase beginnt viel früher. Denn Blasen entstehen meistens nicht plötzlich. Sie kündigen sich an. Und wer diese ersten Signale erkennt, kann häufig verhindern, dass aus einer kleinen Reibung eine schmerzhafte Verletzung wird.

Blasen vermeiden beim Extremwandern

Warum entstehen Blasen beim Wandern?

Eine Blase entsteht häufig als Reaktion der Haut auf wiederholte Reibung und Druck. Der Körper reagiert darauf unter anderem mit der Bildung von Flüssigkeit zwischen den Hautschichten – die typische Blase entsteht und kann das darunterliegende Gewebe schützen. Bei einer kurzen Wanderung ist die Belastung oft noch überschaubar. Bei einer Extremwanderung kommen jedoch mehrere Faktoren zusammen:

  • viele tausend Schritte
  • dauerhafte Reibung
  • Wärme und Schweiß
  • feuchte Socken
  • Druck durch den Schuh
  • Bewegungen des Fußes im Schuh
  • Schwellungen des Fußes über viele Stunden

Genau diese Kombination macht das Thema so relevant. Denn ein Schuh kann sich morgens perfekt anfühlen und nach zwölf Stunden plötzlich ganz anders. Auch eine Socke, die auf 20 Kilometern problemlos funktioniert, kann auf einer wesentlich längeren Strecke anfangen zu verrutschen oder Falten zu bilden.

Blasen vermeiden beim Extremwandern bedeutet deshalb nicht, einen einzigen magischen Trick zu kennen. Es geht darum, möglichst viele Ursachen für Reibung von Anfang an zu reduzieren.

Blasen entstehen häufig durch wiederholte Reibung und Belastung der Haut. Auch schlecht sitzende oder neue Schuhe sowie Feuchtigkeit können die Entstehung begünstigen.

Die häufigsten Ursachen für Blasen an den Füßen

Der Schuh sitzt nicht richtig

Der Wanderschuh ist einer der wichtigsten Faktoren. Ist er zu weit, kann der Fuß darin rutschen. Ist er zu eng, entstehen Druckstellen. Beides kann auf langen Distanzen problematisch werden. Ein guter Schuh darf weder drücken noch unnötig rutschen. Wer Blasen beim Extremwandern vermeiden möchte, sollte deshalb besonders auf eine passende Größe und einen sicheren, aber nicht einengenden Sitz achten. Besonders beim Bergabgehen zeigt sich häufig, wie gut ein Schuh tatsächlich sitzt. Wenn der Fuß bei jedem Schritt nach vorne rutscht, werden die Zehen immer wieder belastet. Aber auch ein Schuh, der grundsätzlich gut passt, kann auf einer Extremdistanz Schwierigkeiten machen.

Der Grund: Unsere Füße verändern sich während einer langen Belastung.

Sie können durch Wärme und Belastung anschwellen. Der Platz im Schuh wird dadurch knapper, obwohl sich am Schuh selbst nichts verändert hat. Deshalb sollte ein Schuh für eine lange Tour nicht einfach nur bequem sein. Er muss auch nach vielen Stunden noch funktionieren. Deshalb der Tipp aus eigener Erfahrung, den auch viele andere Extremwanderer und Extremwanderinnen berücksichtigen:

Kaufe den Schuh deiner Wahl mindestens 1,5 Nummern größer, als deine eigentliche Schuhgröße. So hat dein Fuß ausreichend Platz, selbst wenn er nach einiger Zeit anfängt anzuschwellen. Ganz wichtig: Achte aber auch gleichzeitig darauf, dass deine Ferse nicht hinten aus dem Schuh herausschlupft – auch nicht leicht. Ansonsten direkt zurück ins Regal und das nächste Paar anprobieren. Und nebenbei – trage beim Probieren der Schuhe gleich die Socken, die du bei deinen Wanderungen auch trägst. Macht Sinn, oder? 😉

Also beim Schuhe kaufen achten auf:

  1. Schuhgröße mindestens 1,5 Nummern größer
  2. dennoch kein Fersenschlupf beim Probetragen
  3. mit deinen eigentlichen Wandersocken deine Schuhe probieren
  4. solltest du eigene Einlagen tragen, nimm diese mit und lege sie in den Schuh

Neue Schuhe auf einer Extremtour

Es ist einer der klassischen Fehler. Die neue Ausrüstung ist gekauft, alles fühlt sich großartig an – und die erste richtige Bewährungsprobe findet dann gleich auf einer 50-, 80- oder 100-Kilometer-Tour statt. Besser nicht!

Dabei geht es gar nicht nur darum, dass ein Schuh „eingelaufen“ sein muss. Du musst vor allem wissen, wie dein Fuß mit diesem Schuh über viele Stunden zurechtkommt. Wo entsteht Druck? Wie verhält sich der Schuh bergab? Wie verändert sich die Passform nach mehreren Stunden? Und welche Socke funktioniert damit am besten?

Diese Fragen beantwortet keine Anprobe von zehn Minuten und auf einer Extremwanderung kann es gleich schmerzhaft werden. Deshalb sind kurze Testtouren von 10,15, 20 Kilometern ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung.

Falsche oder schlecht sitzende Socken

Socken führen beim Thema Blasen häufig ein Schattendasein. Dabei befinden sie sich genau zwischen Fuß und Schuh. Eine gute Wandersocke soll nicht nur angenehm sein. Sie sollte auch Feuchtigkeit möglichst gut vom Fuß wegtransportieren, nicht verrutschen und möglichst wenig Falten bilden.

Denn eine kleine Falte kann nach einigen tausend Schritten plötzlich eine ziemlich große Rolle spielen. Auch zu große Socken können problematisch sein, wenn sie im Schuh wandern. Und Baumwolle ist auf sehr langen Touren nicht immer die beste Wahl, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt und vergleichsweise lange feucht bleibt. Für lange Strecken sind deshalb funktionelle Wandersocken meist die bessere Wahl.

Eine Auswahl hochwertiger Wandersocken für extreme Ansprüche findest du hier


Blasen vermeiden beim Extremwandern. Wanderer ist erschöpft und streckt die Zunge raus

Feuchtigkeit macht die Sache nicht einfacher

Schweiß gehört beim Extremwandern dazu. Gerade bei warmem Wetter können die Füße über viele Stunden deutlich feuchter werden als bei einer normalen Wanderung. Kommt dann noch Regen dazu, wird es schnell unangenehm. Feuchtigkeit kann die Haut aufweichen und dadurch empfindlicher gegenüber Reibung machen. Genau deshalb kann ein Ersatzpaar Socken bei einer langen Tour erstaunlich wertvoll sein.

Das zusätzliche Gewicht ist überschaubar. Der Unterschied am Fuß kann dagegen enorm sein. Achte darauf, dass du deine Ersatzsocken wasserdicht aufbewahrst – etwa in einem speziellen Zipperbeutel wie diesen hier.

Bei längeren Pausen lohnt es sich außerdem, die Schuhe auszuziehen und den Füßen etwas Luft zu gönnen. Schon einige Minuten können helfen, Wärme und Feuchtigkeit aus dem Schuhsystem herauszubekommen. Ich nutze jede große Pause auf Märschen, um meine Schuhe und Socken auszuziehen und den Füßen Frischluft zu gönnen. Anfangs dachte ich immer: „blos nicht die Schuhe ausziehen“. Doch diese Änderung war eine der besten, die ich bisher bei meinen Wanderungen vollzogen habe. Klare Empfehlung!

Blasen vermeiden beim Extremwandern Wandergruppe von hinten bei Morgendämmerung

Blasen vermeiden beim Extremwandern: Was wirklich hilft

Die gute Nachricht ist: Du kannst einiges tun.

Die noch bessere Nachricht: Vieles davon ist gar nicht kompliziert.

Es geht vor allem darum, die kleinen Dinge richtig zu machen.

Füße vorbereiten

Die Vorbereitung beginnt nicht am Startpunkt der Wanderung. Wer eine längere Tour plant, sollte sich bereits vorher um seine Füße kümmern.

Dazu gehören gepflegte, aber nicht übermäßig bearbeitete Füße und kurze, sauber geschnittene Zehennägel. Wenn du zu starker Hornhautbildung neigst, kann Hirschtalgsalbe oder aber auch eine spezielle Anti-Hornhaut-Creme wie diese helfen, den Fuß geschmeidig zu halten. Auch neue Pflegeprodukte solltest du nicht unmittelbar vor einer Extremwanderung ausprobieren. Mach deine Erfahrungen lange genug bevor es drauf ankommt. Was auf einer kurzen Wanderung gut funktioniert, muss sich nicht automatisch nach 70 Kilometern bewähren. Das gilt übrigens für nahezu jede Ausrüstung.

Eine Extremwanderung ist kein Produkttest.

Die großen Überraschungen möchte man möglichst vor dem Start erleben – nicht während der Tour.

Die richtige Schnürung

Die Schnürung kann einen erstaunlich großen Unterschied machen. Gerade bei langen Abstiegen sollte der Fuß möglichst wenig im Schuh nach vorne rutschen. Gleichzeitig darf der Schuh natürlich nicht so eng geschnürt werden, dass Druck entsteht oder die Füße unangenehm eingeengt werden – das war auch einer meiner persönlichen Anfängerfehler.

Das Ziel ist nicht maximale Festigkeit. Das Ziel ist eine stabile Verbindung zwischen Fuß und Schuh, bei der unnötige Bewegungen reduziert werden.

Auch hier lohnt es sich, verschiedene Schnürungen bereits bei den Vorbereitungstouren auszuprobieren. Den Schuh möglichst wenig zu spüren ist besser als durch eine feste Schnürung zu spüren, dass der Schuh fest sitzt. Dieses Gefühl mag eine gewisse Sicherheit versprühen, es ist jedoch trügerisch.

Der wichtigste Tipp: Früh reagieren

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann bitte diese:

Warte nicht auf die Blase. Blasen vermeiden beim Extremwandern heißt auch, auf die ersten Warnzeichen zu reagieren. Brennen, Reiben oder eine ungewöhnlich empfindliche Stelle sind kein Grund, einfach weiterzulaufen.

Wenn eine Stelle anfängt zu brennen, zu drücken oder ungewöhnlich warm zu werden, ist das bereits ein Warnsignal. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Pause. Nicht erst später. Schuh ausziehen. Socke kontrollieren. Fuß anschauen. Ursache suchen.

Vielleicht ist nur die Socke verrutscht. Vielleicht sitzt die Schnürung nicht mehr optimal. Vielleicht hat sich eine kleine Falte gebildet. Oder vielleicht braucht die Stelle bereits einen Schutz. Eine kurze Unterbrechung kostet einige Minuten. Eine offene Blase kann dich dagegen über viele Stunden begleiten. Und auch kleine Steinchen haben keinen Mehrwert davon, wenn du sie bis zur nächsten Pausenstation im Schuh mitnimmst. Sie können durch scharfe Kanten Socken oder den Schuh beschädigen und natürlich deine Haut unnötig reizen.

Blasen vermeiden beim Extremwandern

Blasenpflaster: Wann sie sinnvoll sind

Blasenpflaster gehören bei langen Touren für mich in jedes vernünftige Erste-Hilfe-Set. Zur eigenen Nutzung oder um einem Wanderbuddy auszuhelfen. Blasenpflaster können dabei helfen, die betroffene Stelle vor weiterer Reibung und Druck zu schützen. Besonders sinnvoll sind sie, wenn sich bereits eine empfindliche Druckstelle entwickelt hat und weitere Reibung zu erwarten ist.

Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt.

Je früher eine problematische Stelle erkannt wird, desto einfacher lässt sich meistens gegensteuern. Das Pflaster sollte auf sauberer, möglichst trockener Haut angebracht werden und gut haften. Genau deshalb sollte es nicht irgendwo ganz unten im Rucksack liegen. Bei einer Extremwanderung muss das Material für kleine Probleme schnell erreichbar sein.

Was tun, wenn die Blase bereits da ist?

Trotz bester Vorbereitung kann es passieren – die Blase ist da.

Jetzt sollte zunächst weiterer Druck und weitere Reibung reduziert werden. Eine kleine, geschlossene Blase sollte nicht automatisch aufgestochen werden. Die darüberliegende Haut bildet einen natürlichen Schutz. Stattdessen geht es zunächst darum, die Ursache zu beseitigen und die Stelle zu schützen. Ist eine Blase sehr groß, stark schmerzhaft oder befindet sie sich an einer Stelle, an der sie durch die weitere Belastung mit hoher Wahrscheinlichkeit aufreißen wird, sollte man besonders vorsichtig vorgehen.

Bei deutlicher Rötung, Überwärmung, Eiter, zunehmenden Schmerzen oder anderen Anzeichen einer Infektion sollte die Verletzung medizinisch abgeklärt werden. Wenn ihr Sanitäter auf einer Veranstaltung ansprechen könnt, dann tut das.

Auf einer Extremwanderung gilt deshalb ein einfacher Grundsatz:

Nicht jede Blase muss „weg“. Sie muss vor allem daran gehindert werden, größer zu werden.

Sollte man eine Blase beim Wandern aufstechen?

Das ist eine der häufigsten Fragen überhaupt. Eine intakte Blase sollte nicht leichtfertig geöffnet werden. Die Haut über der Blase schützt das darunterliegende Gewebe. Bei sehr großen oder problematisch gelegenen Blasen kann die Situation anders aussehen. Dann sollte hygienisch und möglichst vorsichtig vorgegangen werden.

Wer unsicher ist oder Anzeichen einer Infektion bemerkt, sollte medizinischen Rat einholen. Für die meisten Wanderer bleibt aber die wichtigste Strategie:

Blasen möglichst früh verhindern, statt sie später behandeln zu müssen.

Was gehört in das kleine Fuß-Notfallset?

Bei einer langen Wanderung muss es kein halber Sanitätsrucksack sein.

Ein kleines Set kann bereits viel abdecken:

  • Blasenpflaster
  • geeignetes Tape
  • ein zusätzliches Paar Wandersocken
  • kleine Kompressen
  • geeignetes Desinfektionsmittel für kleinere Verletzungen
  • persönliche Pflegeprodukte, die du bereits auf Touren getestet hast

Wichtig ist weniger die Menge als die Erreichbarkeit. Wenn du erst den kompletten Rucksack ausräumen musst, um an ein Blasenpflaster zu kommen, wird die kleine Druckstelle wahrscheinlich schon ein gutes Stück größer sein.


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Die häufigsten Fehler beim Blasenschutz

Zu spät reagieren

„Es geht schon noch.“ Dieser Satz hat auf langen Touren schon so manche kleine Druckstelle in ein echtes Problem verwandelt.

Neue Ausrüstung nicht testen

Neue Schuhe und Socken gehören zunächst auf kürzere Touren.

Nasse Socken ignorieren

Gerade bei langen Distanzen sollte man nicht darauf warten, bis die Füße komplett durchweicht sind.

Zu viel Hornhaut entfernen

Die natürliche Hautbarriere sollte nicht unnötig geschwächt werden. Zuviel und vorallem grobe Hornhaut ist jedoch auch problematisch, weil sie die Socken sehr leiden lässt. Es kommt wie immer auf die goldene Mitte an…

Den Fuß nicht kontrollieren

Bei einer Extremwanderung gehört der Fußcheck genauso zur Routine wie Trinken, Essen und Navigation.

Schmerz mit Durchhaltevermögen verwechseln

Extremwandern bedeutet, Grenzen zu verschieben. Es bedeutet aber nicht, jedes Warnsignal zu ignorieren.


Blasen vermeiden beim Extremwandern: Das richtige System

Wenn man die einzelnen Punkte zusammenfasst, wird schnell klar, dass es nicht den einen entscheidenden Faktor gibt.

Es ist das Zusammenspiel.

Passender Schuh.

Gut sitzende Socke.

Sinnvolle Schnürung.

Trockene und gepflegte Füße.

Regelmäßige Kontrolle.

Schnelle Reaktion auf Druckstellen.

Genau dieses Zusammenspiel macht den Unterschied. Und es ist einer der Gründe, warum gute Ausrüstung beim Extremwandern nicht zwangsläufig die teuerste Ausrüstung sein muss. Sie muss vor allem zu dir, deinem Fuß und deiner Tour passen.


Was ich auf einer langen Tour immer im Hinterkopf habe

Bei 20 Kilometern fühlt sich fast alles noch problemlos an. Bei 40 Kilometern beginnt man, genauer hinzuhören. Bei 60 Kilometern wird plötzlich jede Kleinigkeit relevant. Und genau deshalb sollte man seine Füße nicht erst dann beachten, wenn sie anfangen zu schmerzen. Eine kleine Druckstelle ist keine Schwäche. Sie ist eine Information. Der Körper sagt dir gerade, dass etwas nicht optimal funktioniert. Wenn du darauf reagierst, hast du gute Chancen, das Problem klein zu halten.

Wenn du es ignorierst, kann daraus eine Verletzung werden, die dich noch viele Kilometer begleitet. Das ist vielleicht die wichtigste Lektion beim Extremwandern überhaupt:

Nicht immer ist derjenige am Ende am weitesten gekommen, der am meisten ausgehalten hat. Oft ist es derjenige, der rechtzeitig reagiert hat.


Fazit: Gute Vorbereitung beginnt bei den Füßen

Beim Extremwandern denken wir gerne an die großen Dinge.

An die Strecke, die Höhenmeter, das Wetter, die Verpflegung, die Navigation oder die richtige Ausrüstung.

Aber am Ende trägt uns all das nicht ins Ziel, sondern unsere Füße.

Wer Blasen vermeiden beim Extremwandern möchte, sollte deshalb nicht erst am Start über seine Füße nachdenken. Passende Schuhe, funktionelle Socken, eine gute Schnürung, trockene Füße und regelmäßige Kontrollen sind die Grundlage. Noch wichtiger ist aber die eigene Aufmerksamkeit. Ein leichtes Brennen ist kein nebensächliches Detail. Es ist ein Warnsignal.

Und vielleicht ist genau dieser kurze Moment, in dem du anhältst, den Schuh ausziehst und eine Druckstelle versorgst, am Ende der Grund dafür, dass du viele Stunden später immer noch unterwegs bist.

Extremwandern bedeutet, lange durchzuhalten. Aber genauso wichtig ist es, rechtzeitig auf den eigenen Körper zu hören.

Dich könnte in diesem ZUsammenhang auch mein Blogbeitrag: „Die 10 häufigsten Fehler beim Extremwandern – und wie du sie vermeidest“ interessieren.

Häufige Fragen zum Thema Blasen vermeiden beim Extremwandern

Blasen lassen sich beim Extremwandern zwar nicht immer vollständig verhindern, das Risiko lässt sich aber deutlich reduzieren. Entscheidend sind gut passende Schuhe, geeignete Wandersocken, trockene Füße und vor allem das frühzeitige Reagieren auf Druck- und Reibungsstellen.

Auch ein bequemer Schuh kann auf langen Distanzen Probleme verursachen. Füße können während einer langen Belastung anschwellen, Socken können feucht werden und der Fuß kann sich bei jedem Schritt minimal im Schuh bewegen. Über viele Stunden kann daraus ausreichend Reibung entstehen, um eine Blase zu verursachen.

Entscheidend sind vor allem eine gute Passform, wenig Faltenbildung und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement. Funktionelle Wandersocken sind für lange Touren häufig besser geeignet als Baumwollsocken. Wichtig ist aber auch, dass die Socke mit deinem Schuh und deinem Fuß funktioniert.

Am besten sofort reagieren. Schuh und Socke ausziehen, die Stelle kontrollieren und nach der Ursache suchen. Eine verrutschte Socke oder eine ungünstige Schnürung lässt sich häufig schnell korrigieren. Bei Bedarf kann die Druckstelle zusätzlich geschützt werden. Dafür gibt es zum Beispiel spezielle Klebepads, die vor Reibung im Schuh schützen.

Eine kleine, geschlossene Blase sollte nicht automatisch aufgestochen werden. Die darüberliegende Haut schützt das darunterliegende Gewebe. Bei großen oder sehr schmerzhaften Blasen sollte die Situation individuell beurteilt werden. Bei Anzeichen einer Infektion ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Wenn du an einer Veranstaltung mit Sanitätern teilnimmst, sprich diese an – dafür sind sie da!

Das hängt von der Länge der Tour und den Wetterbedingungen ab. Für eine sehr lange Tageswanderung kann bereits ein zusätzliches Paar eine sinnvolle Reserve sein. Bei nassem Wetter oder mehrtägigen Touren kann entsprechend mehr Wechselmaterial sinnvoll sein.

Eine Garantie gibt es nicht. Auch mit optimaler Vorbereitung können Blasen entstehen. Das Ziel sollte deshalb sein, die wichtigsten Risikofaktoren zu reduzieren und Druckstellen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Bereit für die nächste lange Tour?

Gute Vorbereitung bedeutet nicht nur, Kilometer zu planen und den Rucksack zu packen.

Auch deine Füße brauchen ein Setup, auf das du dich verlassen kannst.

Vom passenden Schuh über funktionelle Socken bis hin zur kleinen Notfallausrüstung: Bei langen Distanzen entscheidet oft nicht das große Ausrüstungsteil, sondern das Zusammenspiel vieler kleiner Details.

Entdecke jetzt unsere ausgewählte Ausrüstung für Extremwanderungen und bereite dich optimal auf deine nächste lange Tour vor.

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