Karin erkennt man entweder an den Luftballons, die am Rucksack rythmisch im Takt schwingen und eine Einladung zum Spenden für die Deutsche Krebshilfe darstellen (PS: Scheine sind leichter als Münzen 😉) – oder man erkennt sie an dem typischen Sonnenbrillenaufsatz zum hoch- und runterklappen. Sie ist ein echtes Extremwanderunikat und es ist etwas ganz Besonderes, mit ihr gemeinsam auf einen 100 Kilometermarsch aufzubrechen. Da ist wirklich alles möglich und eines ganz gewiss: jede Menge Spaß, dufte Sprüche und auch mal Gespräche mit Tiefgang.
„Der Moment auf einer Pausenbank und der Blick in den Himmel lässt Frieden in mich kehren“ Karin Rühl
Erfahrt regelmäßig wie andere zum Extremwandern gekommen sind, welche Tipps sie für euch haben und mehr. Typische Gespräche, die auch auf einem echten Extremmarsch stattfinden könnten, für euch zum Nachlesen, inspirieren lassen und zum einfachen Durchstöbern. Ihr wollt euch auch vorstellen und eure Tipps teilen? Dann schreibt eine Mail und es geht los in fünf, vier, drei, zwei, eins… let’s go!!!
- Name: Karin Rühl
- Alter: 54 Jahre
- Homezone: Grünberg
- Extremwanderin seit: 2020
Liebe Karin, danke dass du uns in der Rubrik: Aus der Community etwas über dich erzählst. Du bist eine der erfahrensten Extremwanderinnen, die ich kenne. Ob 171 Kilometer Kölnpfad oder 222 Kilometer Heidschnuckenweg (bei miserablen Bedingungen), neben vielen weiteren 100ern bist du überall in Deutschland unterwegs und vorallem da, wo es schön ist. Ich hatte bereits das Glück, dich kennlernen zu dürfen und uns verbinden mittlerweile auch schon mehrere hundert Kilometer, die wir zusammen bestanden haben. Deswegen ist es eine besondere Freude und Ehre, dass du mitgemacht und folgende Fragen für die Extremwander-Community beantwortet hast…
> Wie bist du zum Extremwandern gekommen?
Im Frühling 2021 kommentierte ein mir bis dahin unbekannter Mann eine 21 Kilometer lange Tour bei komoot verbunden mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte mit ihm für eine 100 Kilometer Veranstaltung in Frankfurt zu trainieren. Ich fragte Matze damals, ober er noch alle Latten am Zaun habe und 2 Wochen später starteten wir gemeinsam auf unsere erste 50 Kilometer Runde in der Rhön. Nach der 75 Kilometer Tour rund um Münzenberg hat Matze beschlossen, sich doch mehr dem Radfahren zu widmen und ich habe mich verbindlich zu einer 100 Kilometer Veranstaltung angemeldet und diese auch erfolgreich gemeistert.
> Was gibt dir das Extremwandern?
Für mich liegt der Reiz möglichst lange viel Schönes zu sehen. Für mich ist es nicht wichtig meine Grenzen zu erfahren oder zu schauen, wie mein Körper reagiert. Ich wandere immer so, dass es mir gut geht und ich Spaß habe.
> Was sind deine schönsten Erlebnisse beim Extremwandern?
Ach je, da gibt es bereits so viele, die kleinen Dinge machen mich einfach glücklich. Der Morgentau auf einem Gänseblümchen bringt mir ein Lächeln ins Gesicht, ein atemberaubender Sonnenaufgang nach einer nicht enden wollenden Nacht weckt die Lebensgeister in mir, der Moment auf einer Pausenbank und der Blick in den Himmel lässt Frieden in mich kehren. Auch gemeinsames Wandern mit lieb gewonnen Menschen bereichert mein Leben. Es gibt doch kaum schöneres als zusammen auf Erlebtes zurückzublicken und das Gefühl etwas zusammen Großartiges gemeistert zu haben, oder?
> Was willst du noch erreichen? Distanzen, Gefühle, Erlebnisse? (feel free)
Ich möchte gern den Heidschnuckenweg noch einmal bei besseren Bedingungen erwandern (222km von Celle nach Hamburg). Mich hat die Landschaft begeistert, da will ich noch einmal hin!
Erreichen? Hm – der sportliche Aspekt bleibt bei mir eher im Hintergrund. Während ich die ersten Jahre noch sehr auf Tempo geachtet habe, liegt der Fokus jetzt im Geniessen. Ich möchte Zeit haben zum Verweilen, zum Staunen, zum Innehalten. Und wenn ich schon so weit wandere, möchte ich diese lange Zeit auch nutzen, um andere Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut. Die Deutsche Krebshilfe liegt mir sehr am Herzen und seit Jahren erwandere ich gemeinsam mit anderen für diese Organisation spenden ein. Hier kann gespendet werden.
> Du darfst einem absoluten Extremwanderneuling drei Tipps mit auf die Reise geben, welche wären das?
Ehrlicherweise würde ich keine Tipps geben. Was für mich gut ist ist für einen anderen gar nicht gut. Grundsätzlich und für jedermann und das in allen Lebens- und Wanderlagen:
Tu das, was dir gut tut. Höre immer auf deinen Körper und sei stolz auf das, was du machst. So wie du bist, wie weit oder wie schnell du wanderst – du bist einzigartig und toll!
> Hast du eine Lieblingsausrüstung / -gadgets für deine Märsche?
Auch an heißen Tagen brauche ich etwas Warmes um meinen Hals – demnach darf ein Halstuch nicht fehlen. Und – das klingt etwas Kitschig – ich habe immer einen Glückscent dabei und meistens finde ich noch einen dazu 😊
>Deine Grüße gehen raus an?
Ich grüße alle, die das hier lesen. Viele Menschen aus der Wanderszene sind eine Bereicherung in meinem Leben – sie machen meine Welt bunt und schön! Bleibt gesund und munter – bergauf und auch bergrunter 😉
